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Rudaw 28.07.2009 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 01. August 2009 um 13:41 Uhr
Die kurdisch-sprachige Wochenzeitung Rudaw berichtete am 28.7.2009 über das Projekt.

Sie können den Artikel direkt herunterladen (externer Link).

Oder lesen Sie auf der nächsten Seite die deutsche Fassung, die von den SprInt-Wuppertal Teilnehmerinnen Hivi Bamarny und Midia Ahmed übersetzt wurde.

Die Schwierigkeiten, die wir hatten, sollen die anderen Kurden nicht erleben!

von Helim Yusiv

Wuppertal (Rudaw). Laut Statistik lebten im Jahr 2008  in Deutschland 82 Mill. Menschen, von denen ca. 10 Mill. Ausländer sind. Eine genaue Statistik für die Zahl der Kurden gibt es nicht. Man geht davon aus, dass es hier ca. 7000 Kurden gibt. In Deutschland werden die Kurden als Nationalität „Kurden“ anerkannt, aber nicht als Land. Da gelten die Länder Irak, Syrien, Iran und die Türkei. Die Kurden leben hier in Deutschland wie andere ethnischen Gruppen zwischen zwei Kulturen und Sprachen. Sie versuchen, sich in diese Gesellschaft zu integrieren und gleichzeitig ihre Identität und Kultur zu behalten. Kurden haben wenige Aktivitäten in Deutschland, weil sie keinen anerkannten Staat haben, der sie unterstützen kann.

In der Stadt Wuppertal hat am 01.07.2009 ein Projekt mit den Namen SprInt-Wuppertal angefangen. Dieses Projekt dauert 18 Monate. Unter dem Kürzel SprInt verbirgt sich die Qualifizierung zum/zur Sprach- und Integrationsmittler/-in. Die Teilnehmer werden ausgebildet, um Missverständnisse zwischen Behörden und Migranten zu vermeiden. An dieser Qualifizierung nehmen 27 Migrantinnen und Migranten aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Sprachen teil, davon 6 Kurden.

Zwei kurdische Frauen haben ihre Ziele und Meinungen geäußert: Hivi Bamarny (28) aus Zaxo/Irak, lebt seit 11 Jahren in Deutschland, ist verheiratet und hat eine 3 jährige Tochter (Nivin): „Ich habe oft meinen Freunde und Landsleuten beim Dolmetschen geholfen. Mein Ziel ist es, eine professionelle Dolmetscherin und Kulturvermittlerin zu werden.“ Anderseits hat Hivi Bamarny ihren Wunsch nach Kurdistan zurück zu kehren nicht aufgegeben: „Ich war nur einmal 2005 in Kurdistan. Über die Weiterentwicklung und die Veränderungen dort habe ich mich sehr gefreut. Wenn es dort eine Möglichkeit gibt, möchte ich als Dolmetscherin und Deutschlehrerin arbeiten.“

Obwohl die Träume und Vorstellungen nicht die gleichen sind wie bei ihrer Freundin Midia Ahmad, hat dieses Projekt die beiden Frauen zusammen gebracht. Midia Ahmad (24) kommt aus Amude/Syrien, 2002 ist sie mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen: „Ich habe die Möglichkeit bekommen, eine Schule zu besuchen. Ich war 3 Jahre auf dieser Schule bis ich die Fachoberschulreife erreicht habe. Dann war ich auf dem Abendgymnasium um mein Fachabitur zu erreichen, aber nach einem Jahr habe ich abgebrochen, weil ich eine Ausbildung machen wollte. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel für das Leben in Deutschland.“

Dann berichtet Midia über ihre Teilnahme am Projekt SprInt Wuppertal: „Ich wollte schon immer dolmetschen und da dolmetschen einer der Tätigkeiten bei diesem Projekt ist, habe ich mich dafür interessiert und möchte, dass unsere Landsleute die Schwierigkeiten, die wir erlebt haben, nicht erleben.“

Midia und Hivi sind nicht die einzigen kurdischen Frauen, die im Bereich Integration aktiv sein wollen. Es gibt viele Kurden, die Interesse an solchen Projekten oder Aktivitäten haben, um sich in dieser Gesellschaft zu integrieren und anpassen zu können.

 

 
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