| Pressemitteilung 30.6.2009 |
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| Dienstag, 30. Juni 2009 um 08:30 Uhr |
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Wuppertaler Migranten werden Sprach- und IntegrationsmittlerAm 1. Juli fällt für 26 Wuppertalerinnen und Wuppertaler aus 14 verschiedenen Herkunftsländern der Startschuss für einen nicht alltäglichen „SprInt“. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine Fortbildung der Diakonie Wuppertal: Die Migranten werden in den kommenden 18 Monaten zu Sprach- und Integrationsmittlern qualifiziert. Dieses neue Berufsbild ist entstanden, weil im Gesundheits- und Sozialwesen immer wieder Verständigungsprobleme zwischen Fachpersonal und Zuwanderern auftreten. Die Mittler treten als Dolmetscher in Behandlungs- und Beratungssituationen auf. Sie können dank ihres Hintergrundwissens auch solche Kommunikationsprobleme erkennen und lösen, die eher kulturell als sprachlich bedingt sind. Ihre typischen Einsatzfelder reichen von der medizinischen Versorgung über die Jugend- und Familienhilfe bis zur Arbeitsvermittlung. Der Einsatz der Sprach- und Integrationsmittler soll kostenintensive Mehrfachbehandlungen und -beratungen verhindern.Für die Qualifizierungmaßnahme wurden ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber mit eigener Migrationserfahrung ausgewählt, weil sie neben den erforderlichen Sprachkenntnissen ein Gespür für kulturell bedingte Kommunikationsbarrieren haben. Der Leiter der Migrationsdienste, Achim Pohlmann, sieht einen weiteren Pluspunkt: „Viele Migranten bringen beste Voraussetzungen in Form von Bildungsabschlüssen mit, die aber in Deutschland nicht anerkannt werden.“ Dies zeigt sich auch in der Zusammensetzung der Teilnehmenden, von denen rund die Hälfte studiert hat. Angeboten wird die Maßnahme von den Migrationsdiensten der Diakonie Wuppertal. Die ARGE Wuppertal und der Europäische Integrationsfonds fördern das Projekt finanziell. Das Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal ist Mitglied im Projektbeirat. Bundesweit soll das Konzept in zehn Städten mit hohem Migrationsanteil verwirklicht werden. Antje Schwarze, Leiterin des Projekts, ist zuversichtlich, dass 80-90% der Absolventen nach der Qualifizierung einen Arbeitsplatz finden werden. „Der Bedarf an Sprach- und Integrationsmittlern wird von niemandem bestritten“, so die Ethnologin, „jetzt kommt es darauf an, das neue Berufsbild im Bewusstsein der potenziellen Nutzer zu verankern und geeignete Finanzierungsmodelle zu etablieren.“ Für diese Aufgabe wurde im Rahmen des EU-Projekts eigens eine bundesweite Arbeitsgruppe gegründet. 2422 Zeichen Hintergrund: Die Migrationsdienste der Diakonie Wuppertal setzen sich für einen effektiveren Schutz von Flüchtlingen sowie eine Verbesserung der Rechtsstellung und Lebenssituation von Zugewanderten ein. Sie beraten Flüchtlinge und andere Migranten, fördern mittels einer Integrationsagentur des Landes NRW die Integration und führen Projekte durch. Die Qualifizierung der Sprach- und Integrationsmittler in Wuppertal ist Teil des bundesweiten Projektes „SprInt Transfer“. Für die Entwicklung des Curriculums, nach dessen Vorgaben die Migranten ausgebildet werden, können die Veranstalter auf die Erfahrungen aus mehreren Vorgängerprojekten zurückgreifen. Zwischen 2002 und 2007 entwickelte die Wuppertaler Projektgruppe zusammen mit Partnern aus Deutschland und Europa im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL das Berufsbild des Sprach- und Integrationsmittlers (Website des Vorgängerprojektes: www.transkom.info). Kontakt: Miguel Tamayo Migrationsdienste Diakonie Wuppertal |



